Weinviertel DAC

Am 22.3.2018 um 19:30 fand im Hotel Exel das 2. Event der Weinwölfe im Jahr 2018 statt.
27 Mitglieder und 6 Gäste nahmen diesmal daran teil. Zur Begrüßung gab es einen Gelben Muskateller (12% , 2017).
Zu Gast war ein Winzer aus dem Weinviertel. Herbert Studeny aus Obermarkersdorf betreibt sein Weingut (17 ha) im schönen Retzer Land, im westlichen Weinviertel.  Der kleine Weinort Obermarkersdorf liegt direkt am Fuße des Manhartsbergs. An diesen Hängen findet man hervorragende Südostlagen mit Urgesteinsböden, wie Triftberg und Sündlasberg. Die Weine, die aus Trauben dieser Lagen gekeltert werden, sind daher immer feingliedrig und facettenreich und mit einer spannenden Säurestruktur ausgestattet.
80 % Weißwein (Grüner Veltliner ist die Hauptrebsorte, gefolgt von Sauvignon blanc sowie Riesling) bestimmen sein Sortiment.  Vor Beginn der Verkostung wurde noch Daniela Marini, ein neues Mitglied der Weinwölfe, vorgestellt.
Die Verkostung startete mit einem Grünen Veltliner DAC Classic (Jg. 2017). Er wurde aus eigenen Reben aus Weingärten um Obermarkersdorf gekeltert. Er erstrahlte in hellem Goldgelb, hatte eine fruchtige Nase mit Noten nach Apfel und weißem Pfeffer. Wein Nr. 2 war der „Grüne Veltliner Atschbach“ (2016, 13%). Die Reben sind 35 Jahre alt. Verkostungsnotiz Falstaff:  „helles Grüngelb, Silberreflexe. Feiner Duft nach gelbem Apfel und Birne, ein Hauch von Wiesenkräutern, zarte Zitruszesten“ -  gutes Potenzial! Nach den ersten beiden Weinen wurde das Abendbuffet eröffnet. Das kalte Buffet bildete Spezialitäten wie gebeizter Tafelspitz mit sauren Linsen und Eier-Schnittlauchrahm, böhmischer Kartoffelsalat mit gebackenem Kalbskopf, Kümmelbratenroulade mit Erbsencreme und Radieschensalat, Prager Schinken mit geräuchertem Paprika-Sauerkraut und Quargel-Topfencreme, Blutwurstpraline mit marinierter Jacobsmuschel und Calvadosapfel, Ofen-Champions mit böhmischer Semmelfülle auf Vogerlsalatcreme und Kalbsbratwurst mit sauren Pilzen und Wachteleiern.  Der Hauptgang war ein altböhmischer Heubraten vom Kalb mit Zwetschkenfülle und Wiesenkräutersaftl sowie Knödeln.

Nächster Wein nach dieser kulinarischen Verwöhnung war ein Urgesteinsriesling „Alte Rebe Triftberg“ (2016 Jg., 13% Alc). Ein Parfüm nach Blütenhonig, Marille und Passionsfrucht umspielte die Nase, er war am Gaumen komplex und hatte gelbe Steinobstaromen im Abgang. Er hat ein sehr gutes Entwicklungspotential in der Flasche.
Nun kam der Paradewein des Hauses: Sauvignon blanc Sündlasberg Jg. 2016. Er präsentierte sich im Glas in hellem Grüngelb, hatte einen einladenden Duft nach Stachelbeeren, Cassis und Grapefruit sowie Paprikanoten im Abgang, Stachelbeere im Rückgeschmack. Er hat bereits eine gute Reife erreicht.

Der vorletzte Wein war ein Rotwein, welchen die Gäste verdeckt verkosten mussten. Insgesamt wurde der „Blaue Portugieser 2015“ von 3 Personen richtig erraten.  Im Glas rubinrot mit violetten Reflexen, in der Nase rote Rüben und Kirschen, zartes Kräutersträußchen und feine Waldnoten. Etwas Hollerkoch am Gaumen, ganz weiche Tannine - aber saftig spürbar. Ein schönes Rotweinerlebnis, das Lust auf ein zweites Glas macht.

Der letzte Wein war ein „Grüner Veltliner Reserve Nussberg“ (Jg. 2011). Er hatte mittleres Gelb, in der Nase erschnuppert man Birnen, einen Hauch von Orangen und Blütenhonig, zarte Kräuterwürze. Er ist kraftvoll und komplex und hat eine feine Holzwürze vom Ausbau im Fass. Das renommierte Magazin Falstaff gibt ihm satte 93 Punkte.
Bei der anschließenden Abstimmung über den Wein des Abends setzte sich der Urgesteinsriesling Triftberg durch. Das Weinmagazin Falstaff bewertet diesen mit 91 Punkten.
Die Gäste unterhielten sich noch lange prächtig. Kurz vor Mitternacht endete der Weinabend für die letzten Gäste.
Roland Aichinger

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