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Weinwölfe Ausflug Mittelburgenland – Blaufränkischland

„Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen“, heißt es in einem Gedicht von Matthias Claudius. Wenn sich ein ganzes Wolfsrudel auf Reisen begibt, so gilt das erst recht. Am 9. Oktober 2026 machten sich 20 Amstettner Weinwölfinnen und -wölfe auf in Richtung Deutschkreutz, um das Blaufränkischland mit all seinen Facetten kennenzulernen. Das Mittelburgenland zeichnet sich aus durch tiefgründige Lehm- und Lössböden und pannonisches Klima. Diese Kombination schafft ideale Bedingungen für große Rotweine — allen voran den Blaufränkisch.
Bereits um 6.45 h fuhr der Bus von Kerschner Reisen los und unter der kundigen Reiseleitung von Silke Bruckner ging es zuerst zur Krainerhütte im Helenental1), wo wir uns mit einem Genießerfrühstück für das Programm des ersten Tages stärken konnten. Angekommen im Mittelburgenland stand als erster Programmpunkt der Besuch des Fahnenschwinger Weinbaumuseums in Neckenmarkt auf der Agenda. Das Museum bietet mit den Schwerpunkten Weingartenarbeit und Rebveredelung viele Besonderheiten. Alte Bodenbearbeitungs- und Lesewerkzeuge veranschaulichen die Geschichte des Weinbaues2).
Nach der Theorie im Museum folgte der erste praktische Teil im Weingut Lang. Schon seit über 300 Jahren steht der Streckhof der Familie Lang in Neckenmarkt — stilvoll restauriert, mit jahrhundertealtem Gewölbekeller und einem Presshaus mit modernster Technik. Die Philosophie: Tradition und Fortschritt harmonisch in Einklang bringen. Gemäß dem Motto: Guter Wein braucht Lang3). Deshalb kommen im Rotweingut Lang alle Weine ins Barrique. Besonders lang braucht der Wein „Raue Liebe“, der nach 3,5 Jahren im Gewölbekeller auch noch 1 Jahr in der Erde reift. Eine schöne (Liebes-) Geschichte.
Weiter ging es zum Bioweingut Iby. Anton Markus und Eva Maria Iby bewirtschaften eine Rebfläche von 40 Hektar in den besten Lagen von Horitschon. Angebaut werden ausschließlich Rotweinsorten mit Schwerpunkt Blaufränkisch. Die Weingärten in Toplagen wie Hochäcker, Gfanger, Dürrau und Rager werden nach biologischen Richtlinien bearbeitet4). Vom Blanc de Noir, über den Rosé ging es bei der umfangreichen Verkostung bis hin zu den intensiv, kräftigen Rotweinen. Den Abschluss des ersten Tages bildete das Abendessen im Restaurant und Weinhotel Das Blaufränkisch5), wo das Wolfsrudel den Tag ausklingen ließ und nächtigte.
Im Anschluss an das Frühstück am nächsten Tag wartete bereits Hans Weber mit seinem Oldtimer-Traktor samt Anhänger auf uns, um uns zu einer Fahrt ins Blaue mitzunehmen. Ziel der Ausfahrt bei schönstem Herbstwetter war die Donatuskapelle. Zu finden ist die Kapelle auf einem Hang des Ödenburger Gebirges nördlich der Gemeinde Neckenmarkt, nahe der Grenze zu Ungarn. Von hier aus eröffnet sich ein weiter Blick über die Weingärten hinweg auf die Ebene des Neusiedlersees. Der Volksmund nennt das kleine sakrale Bauwerk schlicht „Weingartenkapelle“. Errichtet wurde es 1735 zu Ehren des Heiligen Donatus, dem Schutzpatron der Winzer, damit er die Rebstöcke vor Unwetter und Hagel schützen möge6).
So viel Frischluft am Morgen macht durstig, daher lieferte uns Hans programmgemäß beim Weingut Silvia Heinrich ab, wo uns die Hausherrin persönlich im Empfang nahm und uns eine Auswahl ihrer Weine präsentierte. Silvias Leidenschaft ist der Blaufränkisch, den sie in sieben Varianten vinifiziert – immer mit Liebe zum Detail, naturnahem Anbau und händischer Lese. Die 250-jährige Geschichte des Weinguts zeugt von dieser tiefen Leidenschaft für das Weinmachen, die von Generation zu Generation weitergegeben wurde7).

Da der Mensch nicht nur vom Wein allein lebt, ging es anschließend zum Mittagessen ins Gasthaus Huszar8), wo wir mit regionaler und saisonaler Kost verwöhnt wurden. Last but not least fanden wir uns zum letzten Programmpunkt unseres Ausflugs im Weingut Gager9) ein. Horst Gager führt das Weingut in zweiter Generation, gemeinsam mit seiner Schwester Daniela, die uns durch die Verkostung begleitete. Nachdem wir uns einmal quer durch das Rotweinsortiment des Weinguts Gager durchgekostet hatten, wurde es auch schon wieder Zeit für uns, die Heimfahrt anzutreten. Die Zeit ist wie im Flug vergangen, wir haben viel Interessantes über Rotwein gehört und viele schöne Momente geteilt. Unser besonderer Dank gebührt unserer Reiseleiterin Silke Bruckner, die mit viel Herzblut diesen perfekten Ausflug für uns organisiert hat!

N. Hörersdorfer